Die zahlreichen Anfragen von Anwohnenden und Angehörigen, die Interesse an Stolpersteinverlegungen haben, erfordern in jedem Berliner Bezirk ein oder zwei Koordinatoren. Oft sind das Heimatvereine oder -museen oder andere Institutionen der Bezirksämter. Der südwestliche Stadtbezirk ist der einzige von zwölf in Berlin, bei dem diese Art der Erinnerungskultur in kirchlicher Hand liegt.
Erinnerungskultur und Jugendarbeit miteinander zu verknüpfen, zeichnet die Arbeit der Kirchenkreise Steglitz und Teltow-Zehlendorf aus. Stolpersteinandachten von Konfirmandinnen und Konfirmanden und der jährliche Shoah-Gedenkgottesdienst, ausgerichtet von den Mitarbeitenden der Jugendarbeit, sind Beispiele dafür. In Bezug auf die Stolpersteine werden Jugendliche dabei unterstützt, die Geschichte verschwundener Nachbarinnen und Nachbarn zu recherchieren.
Die vor der Verlegung der Steine notwendigen Recherchen bleiben aber in den Händen der Stolperstein-Paten. So wird das durch den Kölner Stolperstein-Künstler Gunter Demnig initiierte Prinzip des bürgerschaftlichen Engagements ernst genommen. Aus den beiden Kirchenkreisen erhalten die Paten dabei Beratung in Bezug auf Archivarbeit, Bewertung der Quellen und alle Fragen im Zusammenhang der konkreten Verlegung.
Der Kreisjugendwart des Kirchenkreises Teltow-Zehlendorf, Michael Rohrmann, ist darüber hinaus einer der wenigen Autorisierten, die in Vertretung des Künstlers Gunter Demnig Stolpersteine verlegen dürfen. Dieser Umstand kommt auch dem Kirchenkreis Steglitz zugute.
Ein Online-Gedenkbuch der bereits bekannt gemachten Opfer des Nationalsozialismus in Steglitz-Zehlendorf findet sich auf der Website des Projekts.
Bereits verlegte Steine und zahlreiche Namen mit noch nicht ergründeten Biografien sind hier nachzulesen. Außerdem sind die ersten Schritte für die Recherche aufgezeigt, insbesondere die Online-Möglichkeiten.
Vorsitzende der Ev. Markus-Gemeinde
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